Ein Überblick über die Geschichte der katholischen Kirche Sevelen

Man hört zum ersten Mal von Christen in der Region zur Zeit des Gallus, zum Beispiel gab es seinerzeit bereits eine christliche Gemeinde in Grabs. Im Jahre 842 gab es bereits eine christliche Gemeinde in Rans. Zum ersten Mal hört man von einer christlichen Kirche in Sevelen im Jahr 1208. Diese Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht war, gehörte zum Kloster St. Luzius in Chur. Ein Priester namens Hainricus ist aus dieser Zeit bekannt. 1361 hört man von der Errichtung einer St. Ulrich-Kapelle beim gleichnamigen Weiler in Sevelen.

Im Zuge der Reformation kam es 1525 zu einem Aufstand der Seveler gegen weltliche und kirchliche Obrigkeit. Im Jahre 1542 führt man eine Abstimmung durch, ob man katholisch bleiben oder reformiert sein wollte in Sevelen. Die überwiegende Mehrheit stimmte für die Einführung der Reformation. in den nächsten 150 Jahren findet sich dann kein Hinweis mehr auf katholisches Leben.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es wieder einige Familien mit katholischem Glauben in Sevelen. Man nahm teil am Gemeindeleben der Missionsstation Wartau-Sevelen. Da der Weg dorthin jedoch weit war, gingen viele Gläubige zum Gottesdienst in Vaduz. Dafür setzte sich Gemeindeammann Hagmann ein, dass die Gläubigen dafür mit der Fähre über den Rhein gesetzt wurden. Ab 1864 wurde in Azmos das Oratorium «Seidenbaum» für Gottesdienste genutzt, später kam 1892 die St. Augustinus-Kirche in Azmoos hinzu. Dort wurde getauft, geheiratet und beerdigt.
1925 wandte sich ein besorgter Familienvater an den Pfarrer Marxer von Vaduz. Er bat darum, dass den Kindern auch von katholischer Seite Religionsunterricht angeboten werden sollte. Daraufhin kam Pfarrer Marxer über viele Jahre über den Rhein, um einmal in der Woche im Schulhaus Sevelen Religionsunterricht anzubieten. Der Wunsch nach Gottesdiensten in Sevelen wurde 1934 erfüllt. Beim Restaurant Bahnhof gab es ein Nebengebäude, welches geraume Zeit als Werkstatt der Lederfabrik Nagel gedient hatte. Diesen Raum richtete man als eine Notkapelle ein. Für die Ausstattung des Raumes halfen die umliegenden Kirchengemeinden mit, sei es, dass sie Möbel spendeten oder ihre Kirchenchöre aushalfen beim Singen.

Ende der 30er Jahre begann man für eine eigene ordentliche Kirche zu sammeln. Der Bauplatz im Gadretsch war schon bald gefunden. Es sollte bis 1950 dauern, bis man mit viel Eigenleistung eine kleine Kirche erbauen konnte. Obwohl die Kirche keinen eigenen Pfarrer bekam, sondern der Pfarrer von der Wartau zuständig blieb, wurde die Seelsorge über viele Jahre von den Salettiner-Patres in Balzers begleitet. Zum Beispiel führte Pater Possa ab 1955 regelmässige Familienabende ein, die über mehrere Jahrzehnte zur Tradition wurden.

Die katholische Gemeinde wuchs langsam und stetig an. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre wurden einige Änderungen umgesetzt: Die Gottesdienste wurden verändert und dafür eben auch die Gestaltung des Kirchenraumes. Man suchte endlich die Zusammenarbeiten mit der reformierten Kirche. Ein eigenes Vereinsleben kam in der Pfarrei kaum auf, wohl gab es ab 1971 einen Pfarreirat, der sich um die Aktivitäten im Gemeindeleben kümmerte. Die Räume wurden langsam zu klein und für die verschiedenen Anlässe brauchte es Räume. 1985 baute man deshalb an die bestehende Kirche eine Erweiterung an mit kleinem Saal, Küche und einer Verlängerung des Kirchenraumes. Architekt war Hubert Hämmerle, der zuvor etliche Jahre im Pfarreirat mitgearbeitet hatte. In dem Zuge wurde ein neuer Altar eingeweiht. Die Gläubigen sammelten Spenden für eine neue Orgel, die zur Altarweihe ebenfalls erstmals gespielt wurde. Die Gemeinde wuchs weiter. Es entstand eine Frauen-und-Mütter-Gemeinschaft, die viele Gemeindeanlässe unterstütze und ein Programm für Kinder organisierte. Die Ministrantengruppe wurde aufgebaut. Auch ein kleiner Kirchenchor traf sich regelmässig. Die Nikolaus-Gruppe half ab 1988 dem Samichlaus bei seinen Besuchen.

Anfang der 90er Jahre kam es erneut zu einem Pfarrerswechsel. Die Zusammenarbeit mit Buchs wurde intensiviert, so dass der Pfarrer von Buchs neu auch für Sevelen zuständig wurde, zusammen mit seinem damaligen Vikar Erich Guntli. Der frühere Kirchenverwaltungspräsident Alex Fischer arbeitete viele Jahre als Gemeindeleiter für die Pfarrei weiter. Viele Bräuche wie zum Beispiel die Adventsfensteraktion sind ihm und seiner Frau Bethli zu verdanken. Eine sanfte Renovation wurde 2006/2007 durchgeführt. Die Veränderung betraf vorwiegend die Bestuhlung: Man ersetzte die Kirchenbänke durch Stühle. Eine neue Heizung wurde fällig. Geprägt wird die Gemeinde in den vergangenen Jahren durch den Zuzug von vielen Migranten, welche zu einem sehr vielfältigem Gemeindebild führen.