Vier Ideen für den Advent

Als Familie sind wir durch die Corona-Krise gehörig eingeschränkt. Selbst im Advent ist längst nicht mehr möglich, was früher noch selbstverständlich war. Wir möchten seitens der Pfarrei Ihnen als Familie ein paar Ideen mit auf den Weg geben, wie der Advent eine gute Vorbereitung für Sie wird auf Weihnachten.                                

Ihnen alles Gute & Gottes Segen im Advent,

Carsten Wolfers, Diakon

Etwas in die Krippe legen

Im Laufe der Adventszeit stellen wir in der Kirche eine Krippe auf. Jedermann darf einfach dort hineinlegen, was dem kleinen Jesuskind wohl gut tut, gleichsam als Vorbereitung auf Weihnachten. Überlegen Sie mit Ihrem Kind, was dies sein könnte: Vielleicht etwas Stroh? Vielleicht etwas zum Spielen? Wenn wir uns Sorgen machen, dann denken wir wie selbstverständlich viel an uns selbst. Wenn Weihnachten vor der Tür steht, dann denken wir, was wir für Wünsche haben. Das ist normal. Aber gerade darum tut es uns ja gut, das Denken für jemand anderes zu pflegen. Mal sehen, was im Laufe des Advents so alles zusammenkommt in dieser Krippe.

Ein Stossgebet gegen Sorgen & Ärger

Viele Sorgen bleiben uns noch. Viel Zeit haben wir in der Familie meistens nicht. Darum ist mein liebstes Gebet oftmals im Alltag das Stossgebet. Wenn eine schlechte Nachricht kommt, wenn die Zahlen steigen, wenn ich mich über die eine Massnahme, die kommt, ärgere, oder wenn ich mich über die andere Massnahme, die mich stört, nerve: im Gebet Gott anvertrauen.

Erzähl die Geschichte vom Adventskranz

Stellen Sie einen Adventskranz auf? Hängen Sie einen Adventskalender auf? Das kann eine gute Gelegenheit sein, miteinander sich die Geschichte vom Adventskranz zu erzählen:
Die Idee des Adventskranzes geht zurück auf Johann Heinrich Wichern. Er hat in Hamburg damals ein Haus für Strassenkinder aufgebaut. Kinder, deren Eltern gestorben waren, konnten dort ein Bett, Nahrung und sogar eine Ausbildung bekommen. Die Verhältnisse in diesem Haus waren recht ärmlich. Wichern kümmerte sich gut um diese Kinder. Er erlebte deren Ungeduld im Advent, wie sie ihn fragten, wie lange noch es dauert bis zum Heilig Abend. Im Jahre 1839 kam er auf die Idee, einen Kranz mit vier Kerzen für die vier Adventssonntage aufzustellen sowie 19 kleine Kerzen dazwischen, damals noch für jeden Tag ab dem ersten Advent. Als die Kinder diesen zum ersten Mal sahen, wurden ihre Augen recht gross. Sie staunten. Jeden Tag im Advent wurde es nun etwas heller. Dies wurde zu einer festen Tradition im Haus. Später fügte Wichern dem Holzkranz noch Tannengrün hinzu, was als Zeichen von Hoffnung gilt, denn diese Bäume behalten ja ihre Grün.

Hilf der Freude auf die Beine

Wenn uns Sorgen und Debatten plagen, denn hilft gegensteuern. Wir tun vieles im Advent, um Freude zu bringen: Wir fangen an Freunde anzurufen, wir schreiben Karten, wir backen Guetzli und essen sie vor allem auch. Manchmal berauben wir uns der Freude dabei, indem wir uns dabei allerdings zu viel aufladen oder weil wir den Fokus dabei verlieren, nämlich der Freude auf die Beine zu helfen! Tu all das, aber je nur, wenn alle Beteiligten dabei sich freuen:
– Freunde anrufen, von denen man in den letzten Wochen wenig gehört hat!
– Eine Karte schreiben an.
– Guetzli in aller Ruhe backen!
– Guetzli in aller Ruhe essen!
– Am Abend mit den Kindern eine Geschichte lesen, ein Spiel spielen.
– Einen Rundgang zu den Adventsfenstern im Dorf machen und schauen, wie andere Licht ins Dorf bringen!
Viele dieser Dinge tun wir ja ohnehin meistens. Der springende Punkt ist allerdings, dass diese uns nur Freude machen, wenn wir sie auch in dem Bewusstsein tun, dass wir dabei Freude haben wollen! Also: Bitte von allem getrost etwas weniger, mit weniger Stress, mit weniger Vielfalt und alles einfacher, und vor allem mit weniger Perfektionismus! Bitte bei allem mit Freude!

Was wir sonst noch tun können

  • Die Kirche steht ja immer offen. Selbst wenn die Teilnehmerzahl bei Gottesdiensten beschränkt ist: Ich kann immer in die Kirche gehen, um dort für mich alleine zu beten. Das mag manchmal helfen, um dem Trubel daheim zu entfliehen. Für ein Gebet gibt es dort die Möglichkeit, vorne eine Kerze anzuzünden.
  • Auf der Homepage der Pfarrei bieten wir neu auch ein paar Ideen an, wie ich mit Kindern im Glauben unterwegs sein kann. Zu Advent und Weihnachten finden Sie dort ein paar Ideen. Unsere Kinder sind – je nach Alter – zunehmend digital unterwegs, daher verweisen wir dort auch auf eine gute App für Bibelgeschichten.
  • In Sevelen hat sich in der Adventszeit eingebürgert, dass die Figuren, die zur Weihnacht in der Krippe stehen werden, auch im Advent zu verschiedenen Stationen im Kirchenraum zu sehen sind. Für Kinder kann das eine gute Entdeckungsreise werden.
  • Seitens der Seelsorge stehen die verschiedenen Seelsorger bereit, wenn ein Gespräch im Vertrauen mal nötig wird.
  • Kontakt halten in Zeiten, in denen Distanz wichtig ist, fällt unserer Kirche auch nicht einfach. Wir versuchen mit Sozialen Medien (Instagram, Facebook) und mit einem Podcast gegenzusteuern.
  • Und vielleicht sieht man sich ja hier und da abends im Dorf bei dem ein oder anderen Adventsfenster!